Leitung:
Sylvie Schoch de Neuforn
Co-Leitung und Übersetzung: Christina Winkler
Termin:
Freitag 17. Februar 2012 Nachmittag bis Sonntag 19. Februar 2012
Mittag
Ort: Wien
Zielgruppe:
PsychotherapeutInnen
Als Praxis basiert Focusing auf Eugene Gendlins Philosophie der Erfahrung, die in der Phänomenologie ihre Wurzeln hat. Focusing ist der Prozess des Empfindens, des Spürens, den wir in der Gestalttherapie als „das Es der Situation“ bezeichnen. Es ist jene Zeit, die wir am Rande der Bewusstheit verbringen, in der wir auf das achten, was wir „the felt sense“ nennen. „The felt sense“ ist die Art, wie wir uns leiblich auf eine Situation in ihrer Ganzheit beziehen. Während der ersten Phase des Kontakts erregt etwas Neues unsere Aufmerksamkeit, und dieses „etwas“ ist weder eine Empfindung noch ein Gefühl, sondern eine fühlbare jedoch unscharfe Wahrnehmung der impliziten Erfahrung, die aus der Interaktion des Organismus und des Umweltfeldes resultiert. Wenn wir darauf den Fokus unserer Aufmerksamkeit legen, dann entfaltet sich zunächst diese Wahrnehmung, dann eröffnet sie sich als Worte, Vorstellungen oder Metapher, und schließlich ermöglicht die Artikulation des Denkens und Spürens die Klarheit einer direkten Bedeutung, oder einer angemessenen, ausdrucksvollen Bewegung oder Handlung.
Focusing entwickelt eine besondere Art von Awareness: es schärft unsere Wahrnehmung für Bewegungen im Feld. Darüber hinaus bietet Focusing eine Methodologie, die Richtlinien vorgibt wie der Prozess in Richtung der entstehenden Figur begleitet wird.
In der Gestalttherapie ist Focusing von Interesse:
Für die Patienten und Patientinnen:
um deren Fähigkeit weiter zu entwickeln, in der gegenwärtigen Situation zu verweilen und aus der eigenen leiblichen Erfahrung zu sprechen, anstatt „Geschichten“ zu erzählen, bzw. bloß „darüber zu reden“.
Für die Therapeuten und Therapeutinnen:
um unsere Resonanz auf die unausgesprochenen Gefühle der Patienten und die impliziten Aspekte der Interaktion vertiefen zu können, wobei ein feineres sich aufeinander Abstimmen und eine wirksamere Gefühlsregulation erreicht werden; und um ein Gefühl der Verbundenheit weiter zu entwickeln, in dem wir miteinander den fortlaufenden zwischenmenschlichen Prozess teilen.
Seminarkosten:
€ 288.- für
Mitglieder der ÖVG
€ 384.- für Nicht-Mitglieder der
ÖVG
TeilnehmerInnenanzahl: max. 16
Anrechenbarkeit für psychotherapeutische Fortbildung: 16 Arbeitseinheiten zu je 45 Minuten
Anmeldeformular:
Anmeldeformular.pdf
Zur den Personen:
Sylvie Schoch de Neuforn hat ein Master’s Diplom in Psychologie. Ihre Grundausbildung in Gestalttherapie machte sie in Frankreich am IFGT, bei Jean-Marie Robine, und am Gestalt Institute of Los Angeles, in Kalifornien. Sie arbeitet in Paris seit mehr als 15 Jahren als Trainerin und Supervisorin in freier Praxis. Zusätzlich zu ihrer gestalttherapeutischen Ausbildung hat Sylvie Schoch der Neuforn eine Ausbildung in Psychoanalyse, in EMDR und Zertifizierungen in Focusing (Focusing Institute of New York). Seit 2004 leitet sie Fortbildungsveranstaltungen in Focusing für Gestalttherapeutinnen und Gestalttherapeuten. Sie ist ehemaliges Mitglied des Redaktionsteams von The International Gestalt Journal. Sylvie Schoch der Neuforn ist Autorin eines Buches über Dialog in der Gestalttherapie und hat mehr als 20 Artikel geschrieben, die auf Französisch, Englisch und Spanisch erschienen sind.
Nach einem Studium für Sprachwissenschaften und Psychologie, hat Christina Winkler eine Ausbildung zur Gestalttherapie im Institut de Gestalt des Pyrénées et du Languedoc absolviert und wurde 2008 diplomiert. Sie ist ebenfalls Heilpraktikerin für Traditionelle Chinesische Medizin und interessiert sich für die taoistische Philosophie, die ihre Arbeit größtenteils beeinflusst. Ihre Suche hat sie 2008 an das New York Focusing Institute gebracht und sie verfolgt den Weg heute, um ihre verschiedenen Herangehensweisen weiterhin zu verbinden. In Norddeutschland aufgewachsen, lebt sie seit vielen Jahren in Südfrankreich, wo sie auch nebenbei als Übersetzerin tätig ist. Christina Winkler ist Mitglied der Berufsverbände FF2P und FNMTC und hat eine Privatpraxis in Montauban.
Leitung:
Dr. med. Peter Heinl MRCPsych
Termin:
Donnerstag 17. Mai 2012 Nachmittag bis Sonntag 20. Mai 2012
Mittag
Ort: Wien
Zielgruppe:
PsychotherapeutInnen
Ziel dieses Seminars ist es, anhand der Selbsterfahrung eine Einführung in das Reich unbewusster eigener, als auch generationsübergreifender Erfahrungen und Traumatisierungen zu vermitteln und hierdurch auch das Potential der Intuitiven Diagnostik zu illustrieren, um relevante Zusammenhänge zwischen heutigen psychischen Befindlichkeiten, Beschwerden und symptomen sowie frühen Erfahrungen und Traumatisierungen, einschließlich solchen unbewusster Natur, zu knüpfen und damit eine Besserung und Aufhellung der gegenwärtigen Lebensqualität zu bewirken.
Seminarkosten:
€ 432.- für
Mitglieder der ÖVG
€ 576.- für Nicht-Mitglieder der
ÖVG
TeilnehmerInnenanzahl: max. 16
Anrechenbarkeit für psychotherapeutische Fortbildung: 24 Arbeitseinheiten zu je 45 Minuten
Anmeldeformular:
Anmeldeformular.pdf
Zur
Person:
Dr med Peter Heinl MRCPsych
Arzt für
Psychiatrie/ Psychotherapie und Familientherapeut
32 Muschamp Road
GB London SE15 4EF
drpheinl@btinternet.com
www.Thinkclinic.com
Member of the Royal College of Psychiatrists, London
Mitglied
des Deutschen Kollegiums für Psychosomatische Medizin
(DKPM)
Mitglied der Deutschen Balintgesellschaft (DBG)
Dozent
der Lübecker Psychotherapietage
Lehrtherapeut der
Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK)
Verfasser
von nahezu 50 Publikationen auf den Gebieten der Muskelphysiologie,
Psychiatrie, Psychosomatik, Psychotraumatologie, Psycho- und
Familientherapie
Literaturhinweise:
Heinl, H. und
Heinl, P. (2004) Körperschmerz- Seelenschmerz. Die Psychosomatik
des Bewegungssystems. Ein Leitfaden, München: Kösel
Heinl,
P. (1994) “Maikäfer flieg, dein Vater ist im Krieg....”
Seelische Wunden aus der Kriegskindheit, Kösel: München
Heinl,
P. (1998) Sich selbst organisierendes Denken in der Exploration
früher familiensystemischer Erfahrungen, Systhema, 12. Jahrgang,
44-55 Artikel
als download
Heinl, P. (2001) Splintered Innocence. An
intuitive Approach to treating War Trauma, Brunner-Routledge: London-
New York
Heinl, P. (2006) Aufbruch in den Denkraum- Intuitive
Diagnostik und Datentransfer zwischen mobilen psychoneurobiologischen
Kommunikatoren. In: Remmel et al. (Hrsg.) Körper und
Persönlichkeit, Stuttgart: Schattauer
Heinl, P. (2006)
Trümmer, Trauma und Transmission im Spiegel der Intuitiven
Diagnostik: Die unbewusste Übertragung von Kriegstraumata auf
nachfolgende Generationen, Gestalttherapie, 20,1, 151-16
Heinl, P.
(2006) Die Ungnade der späten Geburt: Der 100jährige Krieg
in den Katakomben des Unbewussten, In: Janus, L. (Hrsg) Geboren im
Krieg. Kindheitserfahrungen im 2. Weltkrieg und ihre Auswirkungen,
Giessen: Psycho-Sozial Verlag